{"id":33386,"date":"2023-08-26T09:27:44","date_gmt":"2023-08-26T07:27:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.blue.works\/?p=33386"},"modified":"2026-02-17T13:07:05","modified_gmt":"2026-02-17T12:07:05","slug":"alm-kaffeekraenzchen-v-dual-landscape-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.blue.works\/de\/alm-kaffeekraenzchen-v-dual-landscape-teil-1\/","title":{"rendered":"ALM Kaffeekr\u00e4nzchen V &#8211; Dual Landscape Teil 1"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Universit\u00e4t&nbsp;des ChaRMs \u2013 eine Lektion mit Praxisbezug&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"959\" height=\"233\" src=\"https:\/\/www.blue.works\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Konfuzius.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-37154\" srcset=\"https:\/\/www.blue.works\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Konfuzius.png 959w, https:\/\/www.blue.works\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Konfuzius-768x187.png 768w\" sizes=\"(max-width: 959px) 100vw, 959px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung&nbsp;1&nbsp;Konfuzius<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich liebe dieses Zitat von Konfuzius, weil es in ganz pr\u00e4gnanter Form das auf den Punkt bringt, was ich so oft bei Unternehmen und Beh\u00f6rden gesehen habe: die hartn\u00e4ckige Bevorzugung des bitteren dritten Weges, das eine magische Anziehungskraft zu besitzen scheint.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hoffe, mit dieser Blog-Serie die Befolgung des ersten oder wenigstens des zweiten Weges zu inspirieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Weg aus der Erfahrung\u2026<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir haben in einem der vorherigen\u00a0<a href=\"\/de\/alm-kaffekraenzchen-iii-charm-warum-weshalb-wieso-teil-3\/\">Blogs<\/a>\u00a0hervorgehoben, dass eine ChaRM Einf\u00fchrung einen massiven Wechsel in der Kultur des Change Managements bedeutet. Dieser neue Change-Prozess muss erstmal reifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Zeit, mit der nat\u00fcrlichen Gew\u00f6hnung an die neuen strukturierten Prozesse, mit der Entdeckungs-Freude neuer M\u00f6glichkeiten w\u00e4chst nicht nur die Beherrschung der neuen Vorgehensweisen und Werkzeuge. Es entfalten sich ebenso neue Bed\u00fcrfnisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem echten, unplanbaren Bug-Fixing (\u201e<a href=\"https:\/\/pubs.opengroup.org\/it4it\/refarch20\/chap08.html\">Detect to Correct<\/a>\u201c), den wir hier nicht gross ber\u00fccksichtigen, gibt es in jedem Unternehmen in der Regel eine Mischung von kleineren Erweiterungen (Erweiterungen im Rahmen von \u201e<a href=\"https:\/\/pubs.opengroup.org\/it4it\/refarch20\/chap07.html\">Request to Fulfill<\/a>\u201c) und gr\u00f6sseren Einf\u00fchrungsprojekten (\u201e<a href=\"https:\/\/pubs.opengroup.org\/it4it\/refarch20\/chap06.html\">Requirement to Deploy<\/a>\u201c). Diese zwei planbaren Prozesse sind leider ziemlich unterschiedlich strukturiert und man riskiert eine inkongruente Taktung der Phasen (Entwicklung, Testen, Go-Live, Hypercare).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"424\" height=\"344\" src=\"https:\/\/www.blue.works\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-33390\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung&nbsp;2&nbsp;Change Prozesse<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Als unverdrossene Fans des Lernens durch Erfahrung wird man eine Zeitlang, wie gewohnt, mit ein und derselben Transport-Landschaft (Entwicklungssystem, Testsystem, Produktivsystem) alle \u00c4nderungen verwalten wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser einen Landschaft wird man so versuchen, gleichzeitig den schnellen und den langsamen \u00c4nderungs-Prozess zu bedienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige denken, sie schaffen es, mit einem einzigen \u00c4nderungs-Zyklus und viel&nbsp;<a href=\"https:\/\/help.sap.com\/docs\/SAP_Solution_Manager\/8b923a2175be4939816f0981b73856c7\/61e7f3c065a54a7db584e22936d8e97e.html?locale=de-DE\">Status-Akrobatik<\/a>&nbsp;zurande zu kommen, andere versuchen, sich mit zwei und mehr parallelen Zyklen zu behelfen, denn jeder Zyklus erlaubt eigene Termine f\u00fcr die Go-Live Phase (Cutover).<\/p>\n\n\n\n<p>Denn man m\u00f6chte ja Ressourcen (sprich: SAP Systeme) sparen &#8211; koste es, was es wolle!<\/p>\n\n\n\n<p>Doch SAP transportierbare Objekte sind in der Regel hochkomplex, voller gegenseitiger Abh\u00e4ngigkeiten. Die automatische \u00c4nderungs-Aufzeichnung sperrt jede transportierbare \u00c4nderung in einen Transportauftrag, jede weitere \u00c4nderung an diesem Objekt wird automatisch in diesen Transportauftrag aufgezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ein Transportauftrag nur einem Zyklus angeh\u00f6ren kann, verknoten sich immer wieder \u00c4nderungen, die eigentlich zu unterschiedlichen Zyklen geh\u00f6ren sollten, in dem Transportauftrag, der zuf\u00e4llig als erster die Sperre erhalten hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist tragisch, denn ab da kann ein Zyklus nicht mehr konsistent live gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder m\u00fcssen also hochbezahlte Experten sich die \u00c4rmel hochkrempeln und versuchen, manuell (d.h. per Versionsverwaltung, Sperren\/Entsperren, Umh\u00e4ngen, Zusammenf\u00fchren, L\u00f6schen, die Ziel-Importqueue Manipulieren) die h\u00e4sslichen Knoten wieder aufl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u2026 zur Erkenntnis<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach mehreren Feuerwehr-Eins\u00e4tzen verdichtet sich langsam die Erkenntnis, dass man mit einer einfachen Systemlandschaft, trotz aller Tricks, trotz allen Aufwandes und aller Aufw\u00e4nde, unweigerlich und wiederholt im Sumpf der Abh\u00e4ngigkeiten und \u00dcberholer stecken bleibt, Man lernt leidvoll, dass diese einfache L\u00f6sung die niedrigsten Einf\u00fchrungskosten aber den h\u00f6chsten&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Total_Cost_of_Ownership\">TCO<\/a>&nbsp;hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Gibt es Jemanden, der diesen Blog liest und dann gleich freudig nickend den dornenreichen Weg des Lernens durch Erfahrung vermeidet?<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist meine Hoffnung! Denn jetzt \u00f6ffnen wir das leuchtende Tor zur&nbsp;<a href=\"https:\/\/youtu.be\/FcFrImouGg8?t=43\">Universit\u00e4t des Change Management: die duale Landschaft mit Release Management<\/a>&nbsp;und laden zur ersten Vorlesung ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Duale Landschaft bedeutet, es gibt f\u00fcr dasselbe Produktivstem zwei Transportlandschaften mit zwei Quell-Systemen f\u00fcr Entwicklung und Customizing: Die Wartungs-Schiene und parallel dazu die Projekt-Schiene (siehe&nbsp;Abbildung 4).<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der dualen Landschaft erreichen wir einen H\u00f6hepunkt des Change Managements! Wir k\u00f6nnen jetzt zum Beispiel bei den DSAG Technologietagen mit einem T-Shirt mit dem Slogan \u201eDual Landscape: we did it!\u201c stolz herumlaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Projektlandschaft konzentrieren wir uns in diesem Blog auf das SAP Solution Manager Add-on <a href=\"https:\/\/support.sap.com\/en\/alm\/focused-build.html\">Focused Build<\/a>&nbsp;(FB). Nat\u00fcrlich kann man auch mit dem klassischen Solution Manager Release Management arbeiten, aber die Vorteile von FB \u00fcberwiegen. Es sei hier auf den sehr gelungenen openSAP Kurs \u201e<a href=\"https:\/\/open.sap.com\/courses\/solman2-1\">Agile Project Delivery with Focused Build for SAP Solution Manager<\/a>\u201c verwiesen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorlesung<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201cZwar wollen alle, dass alles immer besser wird, aber ver\u00e4ndern darf sich bittesch\u00f6n nichts.\u201c<\/p>\n<cite>Annette Kehnel<sup> I<\/sup><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es sei nicht verschwiegen, dass nach dem Kultur-Schock der ChaRM Einf\u00fchrung das Release Management in einer dualen Landschaft die zweite, noch gr\u00f6ssere Ersch\u00fctterung bedeuten wird. Denn es greift tief in die Organisation und Durchf\u00fchrung der Projekte ein, und setzt klare Anspr\u00fcche an die Kommunikation zwischen allen Beteiligten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirklich gelebt, setzt die duale Landschaft mit Release Management den Silos ein Ende. Dies wollen wir doch alle, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Anfangs wird es viele Betroffene geben, die sich die Zeit nehmen und die M\u00fche nicht scheuen zu beweisen, dass es \u201e<em>bei uns<\/em>\u201c nicht funktionieren kann. Hier muss man anfangs viel \u00dcberzeugungsarbeit leisten, auch braucht man eine starke&nbsp;<em>Governance<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein erfahrener Partner, der so etwas bereits bei mehreren Unternehmen und Beh\u00f6rden implementiert und eingef\u00fchrt hat, k\u00f6nnte sehr hilfreich sein, um diesen Kulturwandel zu erleichtern und zu beschleunigen. Hm, schauen Sie sich doch hier um, vielleicht erraten Sie, an wen ich gerade denke, kann ich da nur mit einem einladenden L\u00e4cheln sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am besten, man wartet auf ein sch\u00f6nes neues Einf\u00fchrungsprojekt mit viel Budget und &#8211; wegen der grossen organisatorischen Transformation &#8211; sogenannter&nbsp;<em>Management-Attention<\/em>, und setzt die Einf\u00fchrung von Release Management mit Focused Build davor.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><sup>[i]<\/sup>&nbsp;\u201eWoher nur dieser Unwille zur Ver\u00e4nderung? Woher nur diese Schockstarre, das reflexartige \u201aGemach, Gemach! Lassen Sie uns nichts \u00fcberst\u00fcrzen, junge Frau!\u2018. In der Psychologie spricht man in diesem Fall von kognitiver Dissonanz, in der Verhaltens\u00f6konomie vom \u201aStatus-quo-Bias\u2018. Heisst: Zwar wollen alle, dass alles immer besser wird, aber ver\u00e4ndern darf sich bittesch\u00f6n nichts.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Annette Kehnel, Futur Zwei Nr. 18|2021, S.55<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abDer Mensch hat dreierlei Wege, klug zu Handeln: Erstens durch Nachdenken, das is das Edelste; Zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste; Und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":33393,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[344],"tags":[336],"class_list":["post-33386","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-alm-kaffeekraenzchen-das-alm-magazin","tag-kaffeekraenzchen"],"acf":[],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.blue.works\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/confucius-547152_1920.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.blue.works\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33386","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.blue.works\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.blue.works\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blue.works\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blue.works\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33386"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.blue.works\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33386\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45177,"href":"https:\/\/www.blue.works\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33386\/revisions\/45177"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blue.works\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33393"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.blue.works\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blue.works\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blue.works\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}